8000 Jahre alte Gräber entdeckt

25 Jun
Groß Fredenwalde

Weinberg.gemeinfrei

Weinberg in Groß Fredenwalde, Uckermark. Wein wächst hier seit 1739 nicht mehr. Die letzten Weinstöcke wurden damals durch starken Frost vernichtet.
Nördlich von Berlin wurden bei Erdarbeiten bereits 1962 Überreste einer sehr alten Grabstätte entdeckt worden. Erdarbeiten an einem Mast führten zu dem Fund.2016 wurden die Überreste erneut untersucht mit einem erstaunlichen Ergebnis. Die Gräber stammen aus der Zeit um 6400 vor Christi und sind damit etwa 8000 Jahre alt.
Unter anderem wurde auch ein Kindergrab entdeckt. Das Kind starb vermutlich an Unterernährung.

Frankfurt (Oder) (ots) – Am frühen Dienstagmorgen stellten Bundespolizisten einen unerlaubt eingereisten Chinesen in einem polnischen Linienbus auf der Bundesautobahn 12 fest.

Die Beamten stoppten gegen 3:45 Uhr einen aus Polen kommenden Linienbus an der Anschlussstelle Frankfurt (Oder)-Mitte. Unter den Insassen stellten die Beamten einen 30-jährigen Mann fest, der lediglich einen gültigen Reisepass vorlegen konnte. Das in seinem Reisepass befindliche Visum war zeitlich abgelaufen. Einen gültigen Aufenthaltstitel für das Bundesgebiet konnte er nicht vorweisen. Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Mann in Polen einen Aufenthaltstitel beantragt hatte, dessen Erteilung bereits im April dieses Jahres abgelehnt wurde.

Die Bundespolizei leitete gegen den 30-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubter Einreise sowie unerlaubten Aufenthalts ein. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen reiste der Mann freiwillig nach Polen zurück.

Rückfragen bitte an:

Bundespolizeidirektion Berlin
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12439 Berlin

Telefon: 030 91144 4050
Mobil: 0171 7617149
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Original-Content von: Bundespolizeidirektion Berlin, übermittelt durch news aktuell

Frankfurt (Oder) (ots) – Donnerstagmittag stellte eine gemeinsame Streife von Bundespolizei und polnischem Grenzschutz ein gestohlenes Fahrzeug in Slubice / Polen sicher. Den litauischen Fahrer nahmen die Polizisten fest.

Gegen zwölf Uhr kontrollierte die Streife einen VW Multivan California an der Auffahrt zur Europastraße 30 und stellte dabei fest, dass das Türschloss beschädigt war und der Fahrer das Fahrzeug ohne Schlüssel betrieb. Die angebrachten Kennzeichen aus Frankfurt (Oder) erwiesen sich als Totalfälschungen. Die Originale aus dem Zulassungsbereich Köln entdeckten die Beamten im Kofferraum des Fahrzeugs. Ersten Ermittlungen nach wurde der Kleinbus dort am Dienstag auch entwendet.

Den 19-jährigen Fahrer nahmen die Kollegen des polnischen Grenzschutzes fest. Die Bundespolizei leitete gegen den Litauer Strafverfahren wegen des Verdachts der Hehlerei, des besonders schweren Diebstahls sowie der Urkundenfälschung ein. Die weitere Bearbeitung des Sachverhaltes erfolgt zuständigkeitshalber durch die polnische Polizei.

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Sputnik Made in Germany ? Teil 2 – mit Mirak III nach Kummersdorf

5 Mrz

Fortsetzung von Teil 1

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Auf dem Gelände des ehemaligen preussischen Kriegsministerium wurden die MIRAK 1 und die MIRAK 2 entwickelt. Der Erststart erfolgte dort am 10. Mai 1931.
Bevor der „Verein für Raumschifffahrt“ Ende 1932 wegen Platzproblemen seinen Sitz vom Tegeler Weg / Bahnhof Jungfernheide nach Kummersdorf verlegte, begannen bereits 1930 geheime Versuche mit Raketenbrennöfen.

Unter Leitung von Walter Dornberger wurden für diese Zwecke dort Versuchsstände, Konstruktions- und Messbaracken errichtet. Ende 1930, Anfang 1931 entstand zwischen den Schießbahnen Ost und West die Versuchsstelle West.

Zuerst stand die Erprobung von der Industrie gelieferten Schwarzpulvertreibsätzen auf dem Programm.

Im August 1932 kam dann die in Reinickendorf entwickelte 3,6m lange und 20kg schwere  mit Flüssigkeitstreibstoff betriebene Rakete zur Erprobung nach Kummersdorf. Das Heereswaffenamt hatte diese schon bestellt.

Das Triebwerk in der Rakete entwickelte so viel Schub, dass sie bis 70m Höhe aufstieg, bevor sie gezielt abstürzte. Eine gefährliche Versuchsreihe in besiedeltem Gebiet.

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Am 22.06.1932 machten sich dann Rudolf Nebel, Wernher von Braun, Beermüller und Ehmayer von Reinickendorf mit zwei Drei-Liter-Flüssigkeitsraketen vom Typ Mirak III zum Testen auf nach Kummersdorf. Wernher von Braun war von den technischen Voraussetzungen in Kummersdorf so beeindruckt, dass er am 01.10.1932 mit all seinem Wissen und seinen bisherigen Erfahrungen nach Kummersdorf wechselte. Zur selben Zeit begann auch der Bau eines 6x4m großen Prüfstandes für Pulverraketen. Zum Prüfstand gehörten auch zwei Baracken mit Werkstatt, Dunkelkammer, Arbeitszimmer und Konstruktionsraum.

Der erste Brennversuch in dem neuen Prüfstand am 21.12.1932 misslang leider. Dabei wurde fast der gesamte Prüfstand vernichtet. Er wurde wieder aufgebaut und genutzt. Wegen der hohen Auslastung dieses Prüfstandes wurde dann 1934 ein zweiter Prüfstand erbaut.

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf ( Hinten Einschüsse russischer Angriffe Ende 1945 )

Zeitgleich 1934 wurde an den ersten kompletten mit Flüssigtreibstoff angetriebenen Raketen begonnen. Die Rakete mit einem Gewicht von 150kg sollte von einer Rinne mit dem Agregat1 (A1) gestartet werden. Dazu kam es aber nicht. Es begannen statt dessen die Arbeiten am Projekt „A2″und einem neuen Triebwerk mit 1000kg Schubkraft.

Wernher von Braun legte im Juni 1935 dem Heer und der Luftwaffe ein Konzept für eine zentrale Raketenversuchsanstalt vor. Die gesamte Entwicklung der Raketen in Deutschland sollte zentralisiert werden. „Alles unter einem Dach“ sollte die Entwicklung beschleunigen.
Außerdem war die Stadt Luckenwalde, die Ortschaften Sperenberg und auch Zossen zu dicht an den Versuchsstartrampen. Außerdem konnten bei höheren Reichweite die geheimen Labore der Vers. Gottow ( Versuchsanstalt Gottow ) getroffen werde, wo bereits  Versuche an Treibstoffen und dem so genannten N-Stoff liefen.
Dieses Konzept wurde im April 1936 angenommen und die Errichtung der „Heeresversuchsanstalt Peenemünde“ oder „HVA“ in Norden der Insel Usedom beschlossen.

Teststand V2 Triebwerk

Teststand V2 Triebwerk

Bild oben. Hinter Panzerglas beobachteten die deutschen Raketen Pioniere den Antriebsstrahl der späteren V2 Rakete. Es kam besonders auf den Startmoment an, bevor die Rakete selbst lenkend fliegen konnte.

Siehe auch :
Sarin und N-Stoff aus Falkenhagen

Quellen: © Fotos eigene.

1951 Massenabsturz 13 Ilyushin IL-10 bei Kemlitz

5 Mrz
Massenabsturz Ilyushin Il-10 bei Kemlitz 1951

Scene eines Absturzes.

Flugfeld Reinsdorf nahe Jüterbog,Brandenburg, 14.April.1951. 26 Männer der sowjetischen Luftwaffe rollen in ihren Flugzeugen auf die 1280m lange Grasstartbahn des ehemaligen „Arbeitsflugfeldes der Luftwaffenflugschule Gatow“.
Noch wenige Jahr zuvor waren hier deutsche Jäger zur „Reichsluftverteidigung“ stationiert  gewesen. Seit 1945 diente Reinsdorf als Dezentralisierungsflugplatz der sowjetischen Jagdflugzeuge aus Jüterbog.

An diesem Samstag im April 1951 ist es im Berliner Umland leicht bewölkt mit angesagten Schauern, als sich die 13 Maschinen zur Verbandsübung der sowjetischen 16. Luftarmee  in Bewegung setzen. Nach dem Start setzen sie wahrscheinlich Kurs auf das Zielgebiet in der Lieberoser Heide, dem 26 500 Hektar großen Bombenabwurf- und Schießübungsplatz, auf dem bis in die 1990ziger Jahren auf der sogenannten „Höhe 100“ tausende Tonnen an Munitionsresten abgeladen werden sollten. In seiner Ausdehnung ist die Gegend die größte wüstenartige Gegend Deutschlands.
Kurz vor der Autobahntrasse Berlin – Dresden liegt die Ortschaft Kemlitz. Beim Vorbeiflug kommt es zur bis heute ungeklärten Massenkatastrophe der Staffel. Trümmerteile verteilen sich über die gesamte Gegend und werden noch  Jahre später gefunden. Die sowjetische Armee birgt  26 tote Männer. Es gibt keine Überlebenden.

Doch warum kam es zu dem gleichzeitigen Absturz aller dreizehn  Ilyushin IL-10 Flugzeuge? Die Flugzeit von Reinsdorf nach Kemlitz beträgt nur wenige Minuten. Für die knapp 25 Kilometer lange Strecke entlang der B102 benötigt eine Ilyushin IL-10 nach dem Steigflug etwa 7 Minuten. Selbst wenn der Treibstoffverbrauch sehr hoch war, die technischen Unterlagen der IL-10 sind hier nicht eindeutig, so sind für diesen Flug etwa 10-30 Liter Treibstoff nötig. Das könnte etwa der Menge entsprechen, die sich ständig in den Treibstoff Leitungen befindet. Ist diese Menge verbraucht, kommt frischer Sprit aus den Tanks zum Motor.
Fazit : Es wäre möglich, daß sich ein falscher Treibstoff in den Tanks des mit „Superbenzin“ betriebenen Ilyushin IL-10 Motors befunden hat. Tankt man in diesem Fall z.B. JET Treibstoff, so kommt es zu dem gleichen Effekt, als würde man einen Ottomotor mit Diesel betanken.

Ilyushin Il-10

Ilyushin Il-10 in Nordkorea © gemeinfrei

Natürlich gibt es denkbar weitere Unfallursachen wie Sabotage, Staubwolken, zu enge Staffelung der Maschinen, Methangas oder ähnliche. Allerdings sind all diese Ursachen höchst unwahrscheinlich und würden den Gesamtverlust aller Flugzeuge nicht erklären.

Blick von der „Tribüne“ auf dem „Generalshügel“ in Richtung der ehemaligen Schießbahn des vormaligen sowjetischen (russischen) Truppenübungsplatzes Lieberose in der Lieberoser Heide bei Lieberose, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland. Von der „Tribüne“ aus verfolgten die militärischen Leitungskräfte den Ablauf der Schießübungen entlang der Schießbahn sowie die Manöver. Seit dem Abzug der Russen verfallen die Militärgebäude zunehmend bzw. wurden im Zuge der Konversion bereits abgerissen. Auch die Schießbahn ist in Folge der natürlichen Sukzession stellenweise bereits wieder recht dicht bewaldet. (Hinweis: Das Foto entstand während einer fachlich geleiteten Führung.)

Blick von der „Tribüne“ auf dem „Generalshügel“ in Richtung der ehemaligen Schießbahn des vormaligen sowjetischen (russischen) Truppenübungsplatzes Lieberose in der Lieberoser Heide bei Lieberose, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland. Von der „Tribüne“ aus verfolgten die militärischen Leitungskräfte den Ablauf der Schießübungen entlang der Schießbahn sowie die Manöver. Seit dem Abzug der Roten Armee verfallen die Militärgebäude zunehmend bzw. wurden im Zuge der Konversion bereits abgerissen. Auch die Schießbahn ist in Folge der natürlichen Sukzession stellenweise bereits wieder recht dicht bewaldet.

( Foto und Text: © J.-H. JanßenEigenes Werk
(Hinweis: Das Foto entstand während einer fachlich geleiteten Führung.)
( Lizenz : 
CC BY-SA 3.0 )

Quelle: eigene, Anwohner, robb Online – Lieberoser Heide.

 

 

Sputnik – made in Germany ? Teil1

21 Feb

Erste Versuche mit Pulverraketen fanden in Deutschland bereits 1914 statt.

Hermann Julius Oberth veröffentlichte 1923 eines der ersten Bücher zum Thema Raketentechnik. „Die Rakete zu den Planetenräumen“ war sein erstes Buch, 1929 erschien dann sein bedeutendes Werk „Wege zur Raumschifffahrt.“ Dieses Werk regte eine große Zahl von Forschern an. Am 05.Juli 1927 trafen sich etwas 20 begeisterte Forscher im „Goldenen Zepter“ in Breslau und gründeten den „Verein für Raumschifffahrt“ Dieser Verein wuchs bald auf 500 Mitglieder. Man experimentierte bald in der Nähe von Berlin (Tegel) mit Flüssigkeitstriebwerken.

Hermann Oberth (in der Mitte im Profil) demonstriert sein Flüssigtreibstoffrakete in Berlin im Jahr 1930. Zweiter von rechts steht der 18-järige Student Wernher von Braun.

Bildquelle: National air and space museum, Washington DC

Es wurde dabei mit Alkohol und flüssigem Sauerstoff experimentiert. Raketenpionier Johannes Winkler versuchte etwas später auf der Ostseeinsel „Oie“
( Greifswalder Bodden ) einen Test mit einer Methanrakete. Der erste Start gelang ihm dann am 21.02.1931 bei Dessau.

1929 ließ Reichswehrminister Wilhelm Groener die militärische Verwendbarkeit von Flüssigkeitsraketen durch Prof Dr. Dr. Karl Becker testen.

Zeitgleich entwarf der damals 17 jährige Wernher v. Braun seine „Theorie der Fernrakete“. Im Frühjahr 1930 wurde Dipl. Ing. Walter Robert Dornberger von der Heereswaffenanstalt als Hilfsreferent eingestellt, Später wurde er zum Generalmajor der deutschen Wehrmacht  ernannt und war für das gesamte deutsche Raketenwaffen-Programm des Heereswaffenamts verantwortlich.

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald )

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald ) ©Chron-Paul CC BY-SA 3.0 de

Im Juli 1930 wird erstmals, die dann 1932 patentierte Kegeldüse für Flüssigtriebwerke geprüft. 1931 suchte das Heereswaffenamt dringend tüchtige und erfahrene Mitarbeiter  für die aufzubauende Versuchsstelle für Flüssigraketen in Kummersdorf. Dazu wurden Walter Dornberger, Ernst Ritter von Horstig und Oberst Karl Becker als Zivilisten getarnt auf den Raketenflugplatz Berlin Tegel geschickt.

Nach wiederholten Besuchen der drei wurden Rudolf Nebel und Wernher von Braun Angebote zur Zusammenarbeit gemacht, die sie dann auch annahmen.

Ende 1932 verlegte dann der „Verein für Raumschifffahrt“ wegen Platzproblemen seinen Sitz von Tegel nach Kummersdorf.

Der junge Wernher von Braun übernahm die technische Leitung und Walter Dornberger die militärische Leitung.

In Kummersdorf wurden dann die Aggregate A1, A2 und A3 zwischen 1933 und 1936 entwickelt

Adolf Hitler formulierte dann, nach der Machtübernahme der NSDAP, die Aufgabe sehr konkret. Es sollte eine Rakete entwickelt werden, die eine Tonne Sprengstoff über mindestens 175km zielgenau platziert transportiert.

Fortsetzung Teil 2

Bunkeranlage Seewerk Falkenhagen N-Stoff Sarin Bunker

19 Feb
Bunker Seewerk Falkenhagen

Bunker Seewerk Falkenhagen © BEG CC BY 3.0

In Falkenhagen wurde ab 1939 eine unterirdische Bunkeranlage gebaut. Die Planungen des „Seewerkes“  wurde unter der Führung der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH (MONTAN) durchgeführt.
( 1916 gegründet und in Besitzt des Deutschen Reiches ).
Die MONTAN hatte die Aufgabe wichtige  Anlagen im Auftrag und mit Mitteln des Reiches zu erwerben und zu unterhalten.

Quelle Dr. H. Hofmann zu den Bezeichnungen des Werks:
Muna Ost/Buswerk Falkenhagen/M.O.,
Falkenhagen/Seewerk,
Falkenhagen/Firma Allchemie,
Turon GmbH/MONTURON Seewerk,
Falkenhagen-Briesen/N-Stoff-Werk/Großanlage Sarin II.

Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich auch weitere Laboreinrichtungen in den unterirdischen Geschossen. Nach unbestätigten Angaben, hatte die IG Farben, die wohl die Labors betrieb, dort den Auftrag, auch ein geruchloses unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen.

Im September 1943 übernahm die IG Farben das Werk Falkenhagen von der MONTAN.
Die „Turon GmbH“ mit Sitz in Ludwigshafen wurde gegründet und gehörte fortan zu  50% MONTAN und 50% IG Farben, der Firmensitz wechselt 1944 nach Briesen/Mark.

Der Ärger mit der WaffenSS begann ebenfalls 1944. Laut Albert Speers Aufzeichnungen geht es um die ersten Tage im Juni 1944. Hitler wollte die weitere Erprobung, sowie die Produktion des N-Stoffes der SS unter der Leitung von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften übergeben. Zuvor hatte das  Heer der Übernahme des N-Stoffes eine Absage erteilt. Speer äußerten Bedenken und schlug stattdessen vor, daß die Produktion innerhalb der chemischen Produktion verbleiben sollte.
Daraufhin änderte Hiltler den Plan. So hatte der Reichsführer SS Himmler zunächst die Erprobung  des N-Stoffes vorzunehmen um später zu entscheiden, ob die Produktion zur SS geht oder innerhalb der MONTURON verbleibt.

Albert Speer Falkenhagen Seewerk

Bundesarchiv, Bild 183-B22744 © CC BY-SA 3.0 de

Aktenvermerke der MONTAN vom 25.07.1944:
Befehl Hitlers vom 07.07.1944 Übernahme des N-Stoff-Werkes durch die Waffen-SS.
23.07.1944  Die Waffen SS erscheint im Seewerk und verlangt die Übernahme des Werks auf Grund des Führerbefehls.
Ablehnung Speer an Himmler im Schriftwechsel vom 26.07.1944

Ende August 1944  kam es im „Schloß Glau“ zur klärenden Konferenz zwischen der WaffenSS, der  MONTURON und der IG Farben.

Ergebnis : „Falls der N-Stoff den Erwartungen entspricht, übernimmt die SS auch die kaufmännische Leitung der N-Stoff-Anlage“.

(Quelle: Florian Schmaltz, Kampfstofforschung, Major Edmund Tilley (Enemy Exploitation Section, FIAT), Report in Chemical Warfare, Based on Interrogation and Written Reports by Jürgen E. von Klenck, 6.12.1945, Bl. 13, PRO [NA, Kew] London, FO 1031/97. Himmlers Versicherung an Speer, 31.7.1944, BA Berlin, NS 19/3910, fol. 85 )

Nach dem Ende des II.Weltkrieg blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb. Bereits 1960 begann durch Spezialkräfte der NVA der Umbau der Bunkeranlagen. Danach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein. Und später dann als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags. Es wurden aber bisher keine bestätigenden Quellen gefunden. Es bleiben also Rätsel offen.

Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte wurde das Gelände an das damalige Bundesvermögensamt übergeben, 2003 wurde es dann an einen Berliner Investor verkauft. Dieser ging Konkurs. Es wurden dann noch 2 Paintball-Großveranstaltungen ohne behördliche Genehmigung durchgeführt. Im Dezember 2012 war dann auch damit Schluß. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zutritt zu dem 35 ha großen Gebiet gesperrt.

Weitere Quellen: Wikipedia, Zeitzeugen der NVA

 

 

 

Friedensstadt Glau Johannische Kirche WaffenSS und Gestapo

19 Feb
Friedensstadt Glau

Friedensstadt Glau

Die so genannte „Friedensstadt“ im Trebbiner Ortsteil Glau hat 100 Jahre stetigen Wechsel hinter sich. Kurz nach dem 1 Weltkrieg errichtete die Johannische Kirche des Gründers Joseph Weißenberg ( Gründung 1926 ) die Siedlung, bestehend aus etwa 40 Gebäuden, darunter eine Schule, eine Heilanstalt, ein Seniorenheim und natürlich eine Kirche.

Nach 1933 wurde die Kirche von der nationalsozialistischen Regierung verboten und die Gestapo kümmerte sich um die Auflösung der Siedlung. Ab 1938 wurde das Gelände von der SS genutzt. Es entstand die SS-Artillerieschule 2, Leiter Dr. Schwab.
Weitere SS Abteilungen kamen ebenfalls nach Glau. Wahrscheinlich handelte es sich um das  „Amt 8 FEP des SS-Führungshauptamts“ ( Forschung, Entwicklung, Patente) und gegen Ende des Krieges könnte das „Kampfstoffinstitut der Waffen-SS“ nach Glau verlegt worden sein.

Das Bild oben zeigt das letzte, im Bauhaus Stil errichtete Gebäude vor dem Verbot der Kirche. Es war als Schule geplant, die SS richtete 1940 eine Küche ein. Nach 1945 zogen  sowjetische  Soldaten in die Klassenräume.

KZ Sachsenhausen Außenstelle Glau

Ab 1942 kam eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen hinzu. Die bis zu 180 Insassen waren politisch oder religiös Verfolgte sowie Kriegsgefangene.

1931 entsteht das Lokal/Pension „Goldene Sonne“ mit einem 600 Plätze fassenden Saal.

Ende August 44 kam es auf Schloß Glau (bei Trebbin in Brandenburg) zu einer Konferenz der Waffen SS. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um einen Decknamen für die „Goldene Sonne“ handelte. Leiter der Konferenz war SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften. Hierbei ging es im groben um die Machtbefugnisse zwischen der Waffen-SS und der I.G. Farben. Geforscht wurde u.a. in Gottow und Falkenhagen am gefährlichen N-Stoff.

Nach 1945  Offiziersheim der Pioniereinheiten der GSSD, 1970 kommt ein Kino der roten Armee hinzu:

Goldene Sonne Glau

Goldene Sonne Glau

Hinter der gesamten Anlage liegt eine geschützte Heidelandschaft mit unnatürlichen Verwerfungen.  Während des 2. Weltkrieges stand hier eine Navigationseinrichtung für den Luftverkehr. ( UKW Drehfunkfeuer ).
Weiter sind große Krater zu finden, in denen nach 1945 russische Abschussrampen für Raketen montiert waren.

Ausblick vom Raketengelände Glau

Ausblick vom Raketengelände Glau

sowjetische Raketenstellung

sowjetische Raketenstellung nahe Glau

Friedensstadt Glau

nahe Friedensstadt Glau

 

Siehe auch:
9.Armee und Flucht aus dem Kessel von Halbe
Armee Wenck bei Ferch
Flugplatz Schönhagen 
Vogelschutzgebiet Stangenhagen

Quellen: Gespräche  3 Anwohner u Info Tafeln vor Ort,
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensstadt_Weißenberg
( Wikipedia )

 

 

Deutsche Kriegsgefangene 1945 – Geschichte eines Flack Soldaten aus Bad Frankenhausen

17 Feb
Deutsche Kriegsgefangene 1945

Deutsche Kriegsgefangene 1945 © gemeinfrei

Nach dem Zusammenbruch der letzten Fronten um Berlin und der bedingungslosen Kapitulation des deutschen Reiches, sowie der Auflösung der Wehrmacht wurden seit Kriegsbeginn etwa 11 Millionen deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft verbracht.
Mehr als 1,1 Millionen kamen in der Gefangenschaft ums Leben.

Nach Artikel 75 der Genfer Konvention von 1929 hatte „die Heimschaffung der Kriegsgefangenen binnen kürzester Frist nach Friedensschluss zu erfolgen“.

Allerdings erkannten die Alliierten die Kapitulation der Wehrmacht nicht als Beendigung des Kriegszustandes an, so das über den 8. Mai 1945 ( Kapitulation ) hinaus eine enorme Anzahl der Wehrmachtssoldaten festgehalten wurden. Am 20. September 1945 bestimmte die Kontrollratsproklamation ( Quelle Wikipedia ) , daß die deutschen Soldaten als Arbeitskräfte für die Siegermächte zu arbeiten hatten. Bereits auf der Konferenz von Jalta ( vom 04. bis 11.02.1945) wurde dies durch die Alliierten bestimmt.

Der World News Daily Report meldete :
Am Freitag, den 18. Juli 2014 wurde der letzte deutsche Kriegsgefangene aus dem Zweiten Weltkrieg freigelassen. Es handelte sich um den 84-jährige Reinhard Kunze der im Alter von 14 Jahren von den sowjetischen Truppen in der Schlacht um Berlin gefangengenommen und für 69 Jahre in verschiedenen sowjetischen und russischen Zwangsarbeitslagern inhaftiert.

deutsche Kriegsgefangene

Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein. Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer nach seiner Rückkehr aus Moskau am 14. 9. 1955 auf dem Flughafen Köln/Bonn für den erfolgreichen Abschluß seiner Verhandlungen mit der sowjetischen Führung. Dr. Adenauer hatte erreicht, daß bis Ende 1955 über 15.000 Kriegsgefangene, Internierte und Zivilverschleppte in die Bundesrepublik Deutschland entlassen wurden. ©CC BY-SA 3.0 de

Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen © gemeinfrei


Geschichte einer deutschen Kriegsgefangenschaft
Obwohl mein Großvater (geb. 1907) als Mitglied der inzwischen von Reichsinnenminister Wilhelm Frick verbotenen SPD weder ein Freund von Hitler noch seines Krieges war, musste er als Soldat in einer Flakbatterie seinen Dienst absolvieren. Mit dieser war er unter anderem in Berlin, Paris und Budapest stationiert. In Berlin erlebte er als Mitglied der Luftwaffe die Beerdigung von Ernst Udet, einem Fliegerass des 1. Weltkrieges, der in seiner Funktion als Generalluftzeugmeister für den Misserfolg bei der Luftschlacht um England verantwortlich gemacht wurde und sich darauf am17.11.1941 in Berlin das Leben nahm. Der Suizid wurde vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, die Beerdigung wurde von seinem ehemaligen Kameraden und inzwischen höchsten Vorgesetzten Hermann Göring angeführt, der mit seiner harschen Kritik Udet zum Selbstmord getrieben hatte. Meinem Großvater war besonders befremdet vom Auftreten des Reichsmarschalls, der mit seinem fülligen Körper in seiner auffälligen Uniform gezwängt und geschminkten Gesicht glatt einer Opernaufführung entsprungen sein könnte. Später bei einem Ausgang in den Straßen von Berlin wurde mein Großvater von einer Patrouille „aufgelesen“ und als Statist zu der berüchtigten Sportpalastrede (18.2.1943) Joseph Goebbels befohlen. Wie ein Fremdkörper fühlte er sich in mitten der fanatisch schreienden Menge („wollt ihr den totalen Krieg…?“).
Der totale Krieg führte schließlich im Frühling 1945 in die vollkommene Katastrophe, immer enger wurden die deutschen Truppen von den sowjetischen Streitkräften aus dem Osten und den westlichen Alliierten auf der anderen Seite in einen engen Korridor getrieben. Die Flakeinheit meines Großvaters befand sich zu dieser Zeit im Raum Leipzig, die Ordnung der Truppen zerfiel, die Soldaten hatten zumeist nur noch ein Ziel: den verlorengegangen Krieg zu überleben. Mit einem Abholschein für optische Geräte irrte er in der Gegend herum, bestrebt im Falle einer Gefangenschaft den Amerikanern in die Hände zu fallen. Das Ende schien nah, als seine Papiere von einem Feldgendarm (im Volksmund auch Kettenhund genannt) überprüft wurden. Mit erhobenen Händen und dem Rücken zugewandt rechnete er bereits mit dem Schlimmsten. Gerade in diesen Tagen gab es massenhaft Deserteure, welche unbarmherzig von den Kettenhunden exekutiert wurden.
Hitlers Parole: „Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben.“
Ein Schuss fiel, mein Großvater zuckte zusammen, aber zu seiner Überraschung war er unverletzt, Als er sich herumdrehte sah er den leblosen Körper des bei den Soldaten verhassten Feldgendarmen liegen. Ein anderer deutscher Soldat hatte ihn aus einem Gebüsch niedergeschossen, auch das war ein Teil dieser chaotischen Tage.

Mit anderen Soldaten erreichte mein Opa schließlich ein Anwesen auf dem die Mutter von Generalfelsmarschall Günther von Kluge wohnte. Dieser hatte sich am 19.8.1944 das Leben genommen, 3 Tage nachdem Hitler ihn des Postens enthoben hatte, weil der Sicherheitsdienst von Kluge in Verbindung mit den Attentätern des 20. Juli 1944 brachte.
Von ihrem Sohn sagte die Mutter: „Er hieß nicht nur Kluge, er war es auch!“.
Zu den Soldaten die nun auf ihrem Anwesen waren sagte sie: „Meine Herren, sie werden als Gentleman in Gefangenschaft gehen“ und besorgte den Männern Anzüge. Die kurz darauf anrückenden amerikanischen Soldaten waren jedoch vom Anblick der fein angezogenen Männern nicht begeistert. Sofort erging die Anweisung unverzüglich wieder die eigenen Uniformen anzuziehen. Die GI´s wollten wissen, mit wem sie es zu tun hatten.

Eingepfercht auf der Ladefläche eines LKWs ging es nun nach Westen. Immer näher führte die Route an seine Heimatstadt Bad Frankenhausen in Nordthüringen und tatsächlich bog das Fahrzeug an der entsprechenden Kreuzung ab, es ging durch die Heimatstadt!

Am Ortseingang stand ein ihm bekannter Bauer am Straßenrand und blickt den Soldaten auf der Ladefläche in die Gesichter und erkannte meinen Großvater! In einer spontanen Reaktion riss er seine Tagesration aus der Tasche und warf sie meinem Großvater entgegen, der durch die enge jedoch nicht die Arme nach oben bekam um das Geschenk zu fangen. Das Paket landete in seinem Gesicht, ein Geruch von frischer Leberwurst, dann wurde das Paket von anderen Gefangenen aufgerissen und in Sekunden verzehrt. Der Hunger war groß, so groß, daß bei kurzen Pausen die Soldaten Gras am Straßenrand zupften und aßen. Schließlich erreichte die Wagenkolonne ihr Ziel, ein großes umzäuntes Feld in der Nähe von Erfurt.
Tausende deutsche Soldaten waren hier auf offenen Gelände untergebracht, keine Gebäude geschweige sanitäre Anlagen. Wasser bekamen die Soldaten, indem ein amerikanischer Soldat mit einem Wasserschlauch über die Köpfe der Gefangenen spritzte, welche die Münder nach oben öffneten, um etwas abzubekommen. Viele starben vor Ort an der Ruhr oder Typhus.
Und wieder hatte mein Großvater Glück. Ein ihm bekannter deutscher Soldat hatte sich bei den Amerikanern als Lagergehilfe beworben und gab ihm einen Tipp, das an einer bestimmten Stelle zu einer bestimmten Zeit gefangene Soldaten entlassen werden.

Wenige Tage später stand ein abgemagerter aus Haut und Knochen bestehender Fremder in der Tür meiner Großmutter in Bad Frankenhausen. Zwei Brüder meines Großvaters hatten weniger Glück, sie kamen nicht aus dem Krieg zurück. Die Kleinstadt war einer Zerstörung entgangen, weil mutige Männer mit weißen Fahnen den anfliegenden Jagdbombern über das Feld entgegen gegangen waren. Diese klinkten ihre tödliche Fracht auf dem freien Feld vor der Ortschaft aus, nur ein verirrter Splitter surrte durchs Fenster des Hauses meiner Familie, welches am Stadtrand stand und blieb über dem Bett meiner damals einjährigen Mutter in der Wand stecken. Trotzdem gab es noch einige unbelehrbare, die meinten dem Führer bis zum Ende gehorchen zu müssen. Wahrscheinlich lagen sie in einem Graben und versuchten mit Panzerfäusten die anrückenden amerikanischen Panzer abzuwehren.
Ihre Gräber sind bis heute auf dem Friedhof von Bad Frankenhausen sichtbar.

Author : Thomas Heisig

Quellen : Bundesarchiv, Soldaten, Wikipedia

Mauerabschnitt Kleinmachnow Teltowkanal Operative Grenzschleuse des MfS

10 Feb
 Richtung Wolfswerder Kleinmachnow

Richtung Wolfswerder Kleinmachnow© Rudolf K. (Stralsund)

Etwa 500 m nördlich der Güst Kleinmachnow, im Abschnitt des GR-44 am Erlenweg 50, gab es die sogenannte OGS „Quartett“. Das war eine operative Grenzschleuse des MfS, über die IM der Hauptabteilung VIII (Ermittlung, Beobachtung, Festnahme) konspirativ von und nach Westberlin gelangen konnten. In den Zehlendorfer Heimatblättern ist ein Artikel über diese Grenzschleuse zu finden. ( Heimatbrief 56. Jg Nr. 1 März 2013 )
Über die dort zum Treff mit ihrem Führungsoffizier von West nach Ost und zurück geschleusten IM’s „Bubi Mahler“ (Kurier) „Arno Anders“ und Elisabeth Groß“ (aus dem Bezirk Cottbus stammende DDR-Übersiedlungs-IM der HA VIII (mittels fingierter Flucht über Jugoslawien in den Westen gekommen) ist weiteres zu finden unter: Angela Schmole: Hauptabteilung VIII. Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung,Festnahme (MfS-Handbuch). Hg. BStU. Berlin 2011. S. 62 ff.

Noch weiter nördlich im Bereich der Straße Wolfswerder hatten Westberliner Studenten in den 60er Jahren einen Fluchttunnel gebaut, der an die Stasi verraten wurde. Die hatten sich am Tag der Schleusung bereits postiert und wollten den Tunnel zusprengen, um den Fluchthelfern den Weg abzuschneiden. Die Sprengung, bei der es mit Sicherheit Opfer unter den noch im Tunnel befindlichen Personen gegeben hätte, wurde aber von einem bis heute nicht ermitteltn Stasi Mann verhindert, der bei der Verhaftungsaktion dabei war.

Grenzbereich GR-44, 1969 Kleinmachnow

Grenzbereich GR-44, 1969 Kleinmachnow © Rudolf K. (Stralsund)

Ein ehemaliger Grenzsoldaten berichtet von seiner Zeit in Kleinmachnow während des ‚Prager Frühlings 1968‘. Eine politisch extrem schwierige Situation war durch den in der Tschechoslowakei unternommenen Versuch, dem bestehenden Sozialismus ein „menschliches Antlitz“ zu verleihen und dessen gewaltsamer Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes entstanden.
Am 21.August 1968 rollten sowjetische Panzer durch Prags Straßen. Lange war behauptet worden, dass auch die NVA an dieser Aktion beteiligt war.
Jedoch verließ die 11. Motorisierte Schützen-Division und die 7. Panzerdivision, immerhin 18.000 Soldaten und gut 1000 gepanzerte Fahrzeuge ihre Bereitstellungsräumen nahe der CSR nicht.

„Es war wirklich eine gefährliche Situation. Zeitgleich mit mir waren meine beiden Cousins ebenfalls in Berlin Mitte an der Grenze. Grundlos, von westlicher Seite, wurde auf beide mit KK-Waffen geschossen“.

„Mit der grenznahen Bevölkerung gab es aus meiner Sicht keine Probleme. Einmal gesehen grüßte man sich und man brauchte auch keine Papiere mehr sehen. Zu Weihnachten nach Wachablösung, fingen uns sogar Leute ab und gaben uns Kuchen und auch einen Schnaps. Ich habe den Schnaps unerlaubt riskiert und wurden von den Leuten nicht angeschwärzt. Auf der westlichen Seite von Wolfswerder gab es einen ’schrägen Typ‘. Heute würde man sowas als Nazi oder ähnlich bezeichnen. Er zeigte sich oft mit einer großen Hakenkreuzfahne und belegte uns mit entsprechenden Parolen und Beleidigungen“.

Kleinmachnow 1968/69 Grenzabschnitt.

GR44 Kleinmachnow

GR44 Kleinmachnow © Rudolf K. (Stralsund)

„Ich habe von Mai 1986 – August 1988 im GR 42 gedient und war regelmäßig an dieser Brücke. Dort war die Trennlinie zum GR 44. Wenn ich als Stellvertreter KSiA mit dem Kübel im unserem Grenzabschnitt 4 unterwegs war, musste ich zu Dienstbeginn immer zu dieser Brücke über den Teltowkanal fahren und mit dem Kommandeur der Güst (meist Major oder Oberstleutnant) die Lage absprechen. Der Stelli vom GR 44 war, glaube ich, dann auch immer vor Ort. Der Güst-Kommandeur kam immer durch eine kleine Tür in den Grenzabschnitt“.

Bild : Dies war besagte Tür © unbekannt daher nur als Link.

„Einmal hat er mich angemotzt, weil ich im Frühdienst unrasiert war. Ich habe ihm gesagt, dass wir kurzen Wechsel hatte und vom Spät- in den Frühdienst gegangen sind und mal gerade 3 Stunden Schlaf hatten. Das hat er als Ausrede akzeptiert.
Leider konnte ich nie über die Brücke gehen, obwohl es nur ein paar Meter waren. Ich wollte dort immer mal das Vordere Sperrelement berühren. Habe ich mich aber nie getraut. Dort war ja kein K6 davor. Aber man war ständig in Beobachtung von zwei BTs“.

Ehrenwache am OdF-Platz

Ehrenwache am OdF-Platz © Rudolf K. (Stralsund)

 

Rammrathbrücke_Teltowkanal_Teltow

Rammrathbrücke Teltowkanal 2009 ©Lienhard Schulz CC BY-SA 3.0

Quellen: Grenzsoldaten als Zeitzeugen, Wikipedia, Unterlagen GR42/44, Die Welt,