Atombomben Befehl aus Babelsberg . Little white house

1 Mai


Um 1870 wird das Gebiet um die heutige Karl-Marx-Strasse in Potsdam Babelsberg weitestgehend erschlossen. Am Südufer des Griebnitzsees entsteht ein großzügiges Villengebiet.
Es gibt eine wesentliche Bauvorschrift:  „Zur Straßenseite nicht zu protzig, damit das Volk nicht unruhig wird“, bestimmt Kaiser Wilhelm persönlich.
Durch den Bahnhof „Neubabelsberg“ erfolgt 1874 der Anschluß an das Berliner S-Bahnnetz.
Nach den Wirren des ersten Weltkrieges und der Gründung der Universum Film AG (UFA)  beginnt in den nahen Studios zunächst die Stummfilm- später die Tonfilmproduktion.
Nach der Verstaatlichung der UFA 1933 und dem raschen Ausbau der Studios zur größten Filmproduktion Europas, ziehen immer mehr Filmgrößen nach „Neubabelsberg“.
Stars wie Heinz Rühmann, Marika Rökk oder Willy Fritsch logieren fortan in der Villenkolonie. Das deutsche  Beverly Hills zieht aber auch zunehmend die Politik und das Militär an. Auch Reichsminister Josef Göbbels zieht an den Griebnitzsee. Die zunächst 2/3 jüdischen Einwohner werden zunehmend vertrieben, die Villa Guggenheim wird schließlich geräumt.
1938 wird der S-Bahnhof in „Babelsberg-Ufastadt“ umbenannt, die Kaiserstraße in  „Straße der SA“.
Am 14.April 1945, der zweite Weltkrieg ist eigentlich längst entschieden, zerstören britische Bomber das bis dahin verschonte Potsdam und damit auch Teile Babelsbergs.

Mit dem verlorenen Krieg und der deutschen Kapitulation ziehen die Besatzungsmächte in die Kolonie.
Anlass ist die Potsdamer Konferenz, in der das Schicksal des unterlegenen Deutschen Reiches verhandelt und besiegelt werden sollte.
( Zuvor wurde auf Jalta am 11.2.1945  bereits der grobe Rahmen der Vorgehensweise absteckt.)
Am 15. Juli 1945 bezieht Harry S. Truman, der erst im April amerikanischer Präsident geworden war, die Villa mit der Hausnummer 2. Zuvor wurde das Haus zwangsgeräumt.

Truman`s little white house in Babelsberg

Truman`s little white house in Babelsberg @gemeinfrei

Nachdem am 16.Juli  die Nachricht, des ersten erfolgreichen Atomwaffentests in der Wüste von Neu Mexico (USA) kommt, treffen am 17. Juli Josef Stalin und der britische Premierminister Winston Churchill mit Truman das erste Mal zusammen. Weitere 2 Wochen bleibt die Villa, mit gepflegtem Garten, das “ kleine weiße Haus“, the „Little white house“.

Am 6. August um 09:16 Uhr explodierte 560 Meter über Hiroshima die erste Atombombe und forderte mehr als 80.000  Menschenleben. Die genaue Zahl ist bis heute, wegen der Spätfolgen der atomaren Verseuchung, nicht genau festzulegen. Siehe : Die Welt.
Die Entscheidung für den Abwurf wurde höchstwahrscheinlich am 24. Juli im „Little white house“ in Babelsberg getroffen.

 

Atomic_cloud_over_Hiroshima

Atomic_cloud_over_Hiroshima ©gemeinfrei

Nach Ende der Potsdamer Konferenz wohnt der Oberkommandierende der sowjetischen Streitkräfte, Marschall Shukow bis 1946 in der Villa.

Weitere Nutzung danach:  Parteischule der SED, Polytechnische Oberschule, bis 1990 schließlich Möbellager

Quellen : Wikipedia, Robert S. Mackay: This Mr. President is the story of the Little White House, Anwohner, eigene Quellen

 

Absturz über Michendorf 1943, Lienewitzsee, Stirling, Lancaster,Ju88

6 Apr
Short-Stirling Bomber

Short-Stirling Bomber © gemeinfrei

Michendorf, Nacht vom 31.August zum 1. September 1943. Um 23:30 wird der Alarm ausgegeben und erst um 03:00 aufgehoben.  Es steht schlecht um die deutsche Luftwaffe. Die ursprüngliche Überlegenheit in den ersten Kriegsjahren hatte sich erledigt.

Ju88A 1943 © gemeinfrei

Die Ju88 wurde in anderer Version als Nachtjäger eingesetzt ,1943 © gemeinfrei

Nur noch wenige Nachtjäger sind im Einsatz gegen die einfliegenden Amerikaner und Engländer. Vom Boden her schießt die Flak einen Sperrring rund um die Hauptstadt. In dieser Nacht fliegen britische Bomber einen Großangriff auf Berlin. Nach Abwurf über dem Zielgebiet fliegt der Verband eine Rechtskurve Richtung Potsdam, um dem deutschen Flakfeuer zu entkommen. Der „Short-Stirling“ Bomber mit der Kennung EE959 (BU-E) kommt kurz vor Michendorf einem Nachtjäger ins Fadenkreuz. Nach Angaben eines deutschen Piloten hatten man eine Angriffstaktik entwickelt, bei der der Angreifer unter den Rumpf des Gegners flog und mit möglichst nur einem Schuss das Flugzeug zum Absturz brachte.
Als in der Zelle der „Short-Stirling“ Feuer ausbricht, gibt der Kommandant den Befehl zum Absprung. Der Hauptteil der Trümmer fällt in den Lienewitz-See.

Lienewitz See bei Michendorf

Lienewitz See bei Michendorf

Von den 7 Mann Besatzung können sich 3 mit dem Fallschirm retten. Ein Feldwebel wird in Caputh tot aufgefunden. ( Luftlinie etwa 6-7 Kilometer bis Lienewitz.)
Die veraltete „Short-Stirling“ wird ab Ende 1943 nicht mehr zum Angriff auf Berlin eingesetzt.

 

„Lancaster“ Bomber werden nun vermehrt am Himmel registriert. Am 3.Januar 1944 greift ein Pulk von 383 Maschinen Berlin an. Kurz vor Michendorf erwischt es den Lancaster Bomber III DV 269 (SR-M) der 101. Squadron. Die Maschine stürzt über Michendorf ab. Hierbei handelt es sich um ein besonderes Flugzeug mit einer neuen Spezialausrüstung. Das wird nach der Sichtung schnell von deutschen Stellen erkannt und dementsprechend wird das Wrack gesichert.
Die toten Besatzungsmitglieder werden später auf den zentralen Friedhof an der Heerstrasse, Berlin überführt.

Berlin ist zerstört © gemeinfrei

Berlin ist zerstört © gemeinfrei

Besatzungsmitglieder der jeweils gegnerischen Parteien hatten großen Respekt vor einander.
„Meine zunächst zögerliche, dann herzliche Freundschaft zu einem britischen Navigator in den 1970’ziger Jahren, der Bremen und Lübeck bombardierte, ermöglichte mir einen Eindruck in die Stimmung der Besatzungen der RAF ( Royal Air Force ). Er äußerte häufig seine Zweifel an diesen Einsätzen“. ( Zitat: Flugkapitän )
Der Spielilm „Memphis Belle“  ( 1990 ) zeigt die enorme Belastung und die Angst der Crews.
Die deutschen Jagdbesatzungen hatten eben solche Zweifel, wußten sie doch um die hohe Zahl der Besatzungsmitgliedern in den Bombern.
„Dennoch galt es die deutschen Städte wenigstens einigermaßen zu schützen. Da wurden auch 3-4 Einsätze hintereinander geflogen“. ( Bericht Nachtjäger, Dt.)
Trotz hoher Abschußzahlen deutscher Jagdflieger  ( 352 Erich Hartmann ! ) war dem enormen Ansturm feindlicher Bomber zu wenig entgegenzusetzen. Allein Bomber des Typs Lancaster der britischen Firma Avro wurden über 3000 gebaut. ( weiteres Beispiel : US- Boeing B-17 Flying Fortress über 12700 Exemplare )

In den letzten Monaten kommt auch über Berlin noch der erste, serienmäßig von Messerschmidt gebaute, Düsenjäger ME262 zum Einsatz, doch die gebaute Stückzahl reicht nicht mehr aus um die Lage zu wenden.

ME262 Messerschmidt Düsenjäger

ME262 Messerschmidt Düsenjäger ( restauriert )

Insgesamt werden 1433 Exemplare gebaut. ( Wikipedia )
Die enorm hohe Geschwindigkeit der ME262 mit ihren 7000 PS war technisch ein enormer Durchbruch. Der General der Jagdflieger, Adolf Galland, bemerkte nach seinem Erstflug: „Es ist, als wenn ein Engel schiebt“. (Wikipedia )

Lancaster Bomber 1942

Lancaster Bomber 1942 ©gemeinfrei

Weiterführende Links:
Erbitterte Waldkämpfe Beelitz Ferch 1945

Quellen: Wikipedia, Potsdam Neue Nachrichten, Anwohner und Zeitzeugen, Britischer Navigator, Deutscher Nachtjäger und ME262-Jagdflieger.
© Fotos: gemeinfrei oder eigene 

Kirschblüte in Brandenburg 2017

4 Apr
Kirschblüte in Brandenburg 2017

Kirschblüte in Brandenburg 2017

Japan Kirschblüte bei Osaka

Japan Kirschblüte bei Osaka

Auch für dieses Jahr wird wieder eine sehr ausgeprägte Kirschblüte in Brandenburg erwartet. Wie jedes Jahr wird die Kirschblüte von Mitte April bis Ende April zu bewundern sein, gefolgt von der Apfelblüte bis Mitte Mai.
Einen Stand der Entwicklung und wann der beste Zeitpunkt für einen Ausflug ist, stellt die Internetseite bluetenbarometer.de exemplarisch für das alte Land in Hamburg dar.

Noch größere Begeisterung löst die Kirschblüte alljährlich in Japan aus, wo eine Woche lang entlang der so genannten Kirschblütenfront Volksfeste stattfinden. Dabei wandern die Festivitäten vom Süden des Landes bis in den Norden, je nach klimatisch bedingtem Stand der Blüte. ( Siehe Karte : The Bloom of 2017 )

©M.Friedrich

Quellen : eigene 
© Fotos gemeinfrei

Objekt: URIAN, Stasi Moschee, Abhörstation Brocken

31 Mrz
Brocken Harz Abhörstation Urian

Brocken Harz Abhörstation Urian

Der Brocken im Harz: 10. bis 20. April 1945. Nach der gescheiterten Ardennenoffensive und Gefangennahmen im Ruhrkessel evakuieren die Restteile der  5.Fallschirmjägerdivision über den Westerwald und Kassel in Richtung Bad Lauterberg ( Westharz ). Der Harz wird  zur Festung erklärt um die amerikanischen Truppen zumindest aufzuhalten. Die Bevölkerung flieht in die Bergstollen und Bunkeranlagen.
Am 12.04.45 greift das 413.US-Infanterieregiment mit absoluter Übermacht Bad Lauterbach an. Nach zähem Häuserkampf müssen sich die deutschen Fallschirmjäger am 14. April 1945 zurückziehen. 32 Soldaten und 75 Zivilisten sterben.
Neue Frontlinie ist Braunlage – St.Andreasberg. Zur Verteidigung stehen lediglich noch 2 Panzer zur Verfügung. ( „ein Tiger und ein Königstiger“ ) Die Sache steht schlecht.  Mut macht den Deutschen der angeblich nahende Einsatz der Wunderwaffe, eine Utopie. Von Braunlage in Richtung Brocken sind die Verkehrswege vollkommen überlastet. Die Front bricht zusammen, die verbleibenden Heeresteile lösen sich auf oder werden gefangen genommen.

Eigentlich braucht die US-Armee den Harz gar nicht weiter zu beachten. Er ist schwer einzunehmen, aber einfach im Norden und Süden zu umgehen, Ziel Berlin.

Maximilian Fretter-Pico, Generalstabschef, erhält im April 1945 das Kommando über das Gebiet. Er schreibt später :
(Generalstabschef Fretter-Pico , Zitat von Seite 43 aus „Zeitfuchs & Schirmer 2000“ )

„Der Harz war zur Festung erklärt worden, die zu halten sei, obwohl hierfür aber auch alle Voraussetzungen fehlten. … Irgendwelche Vorbereitungen für eine Harzverteidigung waren nicht getroffen. Das Generalkommando entschloß sich daher in hinhaltendem Widerstand um Zeitgewinn zu kämpfen, schon um Menschen zu sparen. Die feindliche Luftherrschaft war vollständig und erschwerte alle Bewegungen entscheidend, je mehr das Korps zusammengedrängt wurde. Tiefflieger beschossen in laufendem Einsatz alles, was sich bewegte, ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung.“

Am 19. April 1945 erreicht das 29.US-Infanterieregiment Schierke, unmittelbar am Brocken. Bomber der Alliierten greifen den Gipfel an. Im Anschluß wird er besetzt. In Schicke sterben noch 11 deutsche Soldaten.

Brocken Harz

Brocken Harz © gemeinfrei

Am  28. April 1947 wird der Brocken in die Verwaltung der Roten Armee übergeben. Sowjetische Truppenteile werden stationiert. 1949 wird der Tourismus in Form einer Gaststätte wiederbelebt. 1955 wird die Fernmeldeaufklärungsbrigade 82 auf den Brocken verlegt. Ab 1961 wird der Brocken sowie der Ort Schierke zum Sperrgebiet erklärt.

Sendemast auf dem Brocken, Harz

Sendemast auf dem Brocken, Harz

Ab sofort kann man etwa 400 Kilometer nach Westdeutschland „horchen“. Bundesorgane, Polizei, Militär oder Autotelefone werden ausgelesen. Die Hauptabteilung III des MfS bekommt hier ebenfalls ihre Dienststelle. Im Dreischicht-Betrieb der Abhörstation mit dem Decknamen URIAN wird alles informative aufgezeichnet und nach Ostberlin weiter geleitet.
1973 wird ein Empfangsmast errichtet (124m).
1986 wird das heutige Hauptgebäude erbaut. Aufgrund seiner Form hat es schnell den Spitznamen „Stasi Moschee“ weg.
Wenige Tage nach dem „Fall der Mauer 1989 stürmt eine Gruppe Zivilisten den Gipfel.
1991-92  wird  die nahe gelegene Mauer eingerissen.
1994 zieht die rote Armee vom Brocken ab.
Der Brocken heute
( Zunächst die Fakten aus Wikipedia )
Lage: Mittelgebirge Harz, 1141,2 m ü. N, Sachsen Anhalt.
Er gehört heute zum Nationalpark Harz und ist ein weltweiter Touristenmagnet.
1899 fährt erstmals die Brockenbahn auf den Berg, eine von Dampfloks gezogene Schmalspurbahn.
Neben einem Kiosk am Bahnhof ist auch der Brockenwirt ganzjährig geöffnet.
Live view: Webcam des Hotels.


Quellen : eigene, Anwohner Schicke, Wikipedia
Fotos: gemeinfrei

 

 

 

Teufelsberg Berlin US Abhörstation im kalten Krieg

27 Mrz
Berlin Teufelsberg Abhörstation

Berlin Teufelsberg Abhörstation Axel Mauruszat – Eigenes Werk

Berlin 1945. Deutschland hat in den verheerendsten Krieg aller Zeiten verloren. Während in Berlin Karlshorst die Kapitulation unterzeichnet wird, beginnt auf den Strassen  der Versuch wenigstens einigermaßen die Verkehrswege frei zu bekommen. Eine ganze Generation deutscher Männer ist gefallen, verwundet oder in Gefangenschaft.
Die Hauptstadt ist im über 3 Jahre dauernden alliierten Bombenhagel fast vollkommen  zerstört worden. Ein Viertel aller Wohnungen im Reichsgebiet sind unbrauchbar, besonders in den Großstädten. Es herrscht Hunger und unvorstellbare Not, Anarchie und Wegelagerei aller Orts.
Die Aufräumarbeiten werden grossteils privaten Firmen übertragen, die kaum Arbeitskräfte haben.
Am 10.Juli 1946 hebt das Kontrollratsgesetz Nr. 32 der Alliierten Besatzungsmächte ein Teil der Arbeitsschutzbestimmungen der Frauen auf. Frauen von 15 bis 50 arbeiteten vortan als sogenannte Trümmerfrauen.

 

Berlin, Jägerstraße, Trümmerfrauen

Zentralbild Berlin im Juli 1946. Berliner Frauen bei Aufräumungsarbeiten in der Jägerstrasse. Bundesarchiv, Bild 183-H29659 /CC BY-SA 3.0 de

Hauptlagerort der 400 Millionen Kubikmeter Bauschutt ist der Teufelsberg in der Nähe des Olympiastadions, West Berlin. Wo einst die Wehrtechnische Fakultät stand ( gesprengt ) wird ab 1950 Schutt abgeladen.  Alles was nicht wieder zu verwerten ist kommt hier her. Er wächst in den nächsten Jahren auf 120m Höhe über NN. Die Aktion dauert bis 1972, 22 Jahre.

Trümmersteine Berlin

Original Trümmersteine in Berlin nach 1990 hochbegehrt.

Im Anschluss wird der Teufelsberg mit Mutterboden verfüllt und Bäume angepflanzt. Sogar eine Wintersportanlage mit Lift wird errichtet.
Doch schon 1950 hat das US-Militär Interesse an dem Standort. Zunächst wird ein mobiles Luftraumüberwachungsradar aufgestellt, ab 1957 kommt das heute zerstörte Gebäude hinzu. 5 Radarkuppeln folgen. Die amerikanischen und britischen Aufklärungs- und Sicherheitsdienste nutzen die fensterlose Anlage um weit in das Gebiet des Warschauer Paktes „hineinzuhorchen“. Ob Zentralkomitee der SED, Staatsorgane oder Einrichtungen der roten Armee, alles wird aufgeschrieben und übersetzt. Amerikaner und Briten arbeiten hierbei streng getrennt von einander. Ab 2022 könnten die Archive des US-Militärs zugänglich werden.

Abhörstation Teufelsberg

Abhörstation Teufelsberg © Dr. Karl-Heinz Hochhaus – Eigenes Werk 1974 CC BY 3.0

Nach der Wiedervereinigung ziehen die Amerikaner 1992 samt ihren Anlage ab. Das Gebäude wird in Stand gesetzt und die zivile Flugsicherung nutzt es bis 1999. Zunächst verkauft der Senat das Gelände an einen Investor, der aber später Insolvenz anmeldet. Zurück bleibt ein fast unberührtes Gebiet. Bis ins Jahr 2003 wird das Gebäude von einem Wachschutz bewacht, dann wird die Anlage durch Vandalismus mehr oder weniger zerstört.
Heute ist der Zutritt untersagt, es gibt aber tägliche Führungen beginnend an der Teufelsseechaussee 10, 14193 Berlin ab 10:00 Uhr.Natürlich gehört der Teufelsberg zu jedem guten Agentenfilm oder Krimi. So spielt auch der gerade veröffentliche ( Amazon ) 5Teiler „you are wanted“ von und mit Matthias Schweighöfer einige Minuten in den Ruinen der Abhörstation.
Staffel 2 ist in Produktion.

 

 

 Quellen: eigene, Wikipedia, Führung Teufelsberg

„Zur Alten Laterne“ in Berlin – Köpenick

24 Mrz
Zur Alten Laterne Berlin - Köpenick

Zur Alten Laterne Berlin – Köpenick

Wer kennt ihn nicht, den Hauptmann von Köpenick. Fast wie in dem gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann ergeht es dem Besucher der „Zur alten Laterne“ in Berlin Köpenick auch heute noch.
Die urige Alt-Berliner Kneipe eignet sich hervorragend um zu zweit bei gutem Berliner Bier und einer deftigen Mahlzeit zu plaudern. Die Wände sind gespickt mit Relikten der Vergangenheit aus dem alten Berlin, Schildern, Fotos und Zeitungsausschnitte legen Zeugnis ab.
Ein Besucher:
„Ich wohne im Kiez und ich bin fast jeden Monat einmal hier. Wense mal wat juutes futtern wollen, dann sind se hier jenau richtig“!

Auf der eigenen Internetseite steht dann auch das Motto der Alt-Berliner Kneipe:
Wo Küche noch von kochen kommt.
Wie sagt der Hauptmann: „Na denn Prost!“
http://www.altelaterne.de

Deftiges deutsches Urberliner Essen und Berliner Bier, da lohnt ein Besuch!
Reservierung nicht vergessen.

Anfahrt :
Alt-Köpenick 33, 12555 Berlin S-Bhf Köpenick, TRAM 62, Richtung Schloss Köpenick

Ganz in der Nähe : Schmöckwitz

Elbebrücke Vockerode A9 Reichsautobahn Bundesautobahn

11 Mrz
Vockerode bei Dessau. Autobahnbrücke A9

Vockerode bei Dessau. Autobahnbrücke A9 © Jens Winkelmann CC-BY-SA-3.0

1913 bis 1921 wurde im Deutschen Reich mit der AVUS, der Auto-Verkehrs- und Übungsstrasse, südlich von Berlin Richtung Dreilinden führend, die erste Autobahn überhaupt errichtet. Diese reine Teststrecke diente der Erprobung von Fahrzeugen und Straßenbelägen und ist heute Teil der A115, Berlin – Anschluss südlicher Berliner Ring.
Ende der Zwanziger Jahre kamen im Reichsgebiet einige kurze Teilstrecken hinzu, die jedoch durch die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise nur zum Teil vollendet wurden.
1935 waren das ganze 108 Kilometer. Quelle Wikipedia.

Nach den gewonnen Reichstagswahlen im September 1932 wird die NSDAP stärkste Kraft in Deutschland und nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933, legt er bereits 5 Monate später das „Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahnen“ unter der Leitung von Fritz Todt vor.
( * 1891 † 8.2.42, Flughafen Rastenburg, Ostpreußen )
Todt wurde Generalinspekteur des Straßenwesens, leitete ab 1938 die gleichnamige Bauorganisation Todt und wurde ab 1940 Reichsminister für Bewaffnung und Munition.
Im September 1933 startete Reichskanzler Hitler das Programm in Frankfurt/Main mit dem ersten Spatenstich. Geplant waren 1000km pro Jahr fertigzustellen.

Reichsautobahn_mit_Tankstelle

Reichsautobahn©gemeinfrei

Die Elbbrücke Vockerode bei Dessau wurde 1937/38 fertiggestellt und ist Teil der Stecke Berlin Leipzig.  ( Geplant von Paul Bonatz )Die 654 Meter lange Balkenbrücke überspannte die Elbe. Spannbeton kam erst in den kommenden Jahren und nach dem zweiten Weltkrieg vermehrt zum Einsatz, heute werden Brücken zumeist mit vorgespanntem Beton konstruiert.

Balkenbrücke

Erste Spannbetonbrücke/ Koblenz/208m/ erbaut 1965 ©Holger Weinandt – CC BY-SA 3.0 de

Von 1996 bis 2000 wurde die Elbbrücke bei Vockerode durch die heutige neue Konstruktion im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der BAB 9, Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 12, ersetzt. Jahrelange Staus auf der Strecke waren die Folge, obwohl 4 Spuren fast durchgehend geöffnet waren.
Der Turm auf der Nordseite der Elbe blieb erhalten. Ursprünglich war er als Aussichtsturm mit Parkplatz geplant, wurde aber nicht ganz fertiggestellt. Das Konzept der Reichsautobahnen sah Parkplätze an besonders sehenswerten Stellen vor. Der ehemals offene Turm bekam zu DDR Zeiten sein Dach. Auch bekam er den berühmten Werbespruch „Plaste und Elaste aus Schkopau“ an der Nordseite montiert, der heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin ausgestellt ist.
Der nicht ganz fertiggestellte Parkplatz war zu Zeiten der DDR ein Autobahn Stützpunkt der Volkspolizei. Er beheimatete zur deren Verpflegung einen kleinen Kiosk. ( Bild ganz oben )

Elbbrücke A9 Vockerode Dessau

Elbbrücke A9 Vockerode Dessau © eigene

 

 

 

Brikettfabrik LOUISE 04924 Uebigau-Wahrenbrück

23 Feb
Brikettfabrik LOUISE

Brikettfabrik LOUISE

Brikettfabrik Louise

Brikettfabrik Louise

September 1882, das Wetter ist in diesem Monat, mit im Durchschnitt 15°C, schon herbstlich, nimmt die Brikettfabrik Louise in Uebigau-Wahrenbrück, östlich der Elbe, ihren Betrieb auf. Hier wird Rohbraunkohle das dem brandenburgischen Tagebau zu Briketts verarbeitet.
Zunächst arbeiten zwei große Pressen in der Backsteinhalle, weitere fünf kommen später hinzu. Getrocknet wird per Röhrentrocknern. 1896 kann eigener Strom produziert werden und ab 1908 kommt eine Kraftwerkshalle hinzu, die bis 1938 ausgebaut und erweitert wird.
Die Tagesleistung der Fabrikabrik beträgt 1938 360 t. ( Quelle Wikipedia )

Brikettfabrik Louise

Brikettfabrik Louise

1945 erreicht die Rote Armee über Spremberg kommend die Elbe. Hunderttausende sind auf der Flucht. ( siehe: die Hölle von Spremberg )
Jedoch wird in der Brikettfabrik weiterproduziert und die Produktion sogar bis 1991 erhöht. Dann wird die Fabrik abgewickelt. 1991 „rollte das letzte Brikett vom Band“.
Heute ist die Louise zu besichtigen.

Dampftage 2017

Sonntag 23. April 2017 von 10:00 – 16:00 Uhr;

Sonntag 02. Juli 2017 von 10:00 – 16:00 Uhr;

Sonntag 10. September 2017 von 10:00 – 16:00 Uhr;

an allen Dampftagen finden Führungen im 30 Minutentakt statt

Quellen: Vor Ort. Wikipedia.

DR Eisenbahn Katastrophe Genshagener Heide 1982

23 Feb
Bhf Genshagener Heide

Bhf Genshagener Heide

Am 31.Oktober 1982, kurz nach 19 Uhr verlässt die Lok 132 431 der Deutschen Reichsbahn der DDR den Rangierbahnhof Neuseddin in Richtung Osten, Richtung Berlin. Es herrscht dichtester Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern. Was er nicht weiß: Ein mit 800 Personen besetzter Personenzug ( P 11485 ) fährt unmittelbar vor ihm mit gedrosselter Geschwindigkeit auf Grund einer Signalstörung durch die Dunkelheit. Der Führer des Personenzuges wendet das vorgeschriebene Verfahren für „permissives Fahren bei schlechten Sichtbedingungen“ an. Somit ist bei Dunkelheit und Nebel eine Höchstgeschwindigkeit von 10km/h oder weniger vorgeschrieben. Der Kollege des Güterzugs, hinter ihm, hatte eine Geschwindigkeit von 50km/h in den Kontrollhebel der Diesellok eingerastet.

19821031-DR-Unfall-Genshagener-Heide-Fahrt-Frei-00

19821031-DR-Unfall-Genshagener-Heide-Fahrt-Frei-00

Der Güterzug holt den Personenzug ein und fährt mit einem Geschwindigkeitsüberschuß von 40 km/h auf. Durch den ungebremsten Aufprall verkeilt sich der letzte Waggon mit der Diesellok. Obwohl Helfer der Volkspolizei, Feuerwehr, Transportpolizei, Rettungskräfte und Zivilverteidigung sofort den hoch aufgeschütteten Bahndamm erreichen, kommt für sieben Reisende sowie für den Lokführer jede Hilfe zu spät. 49 weitere Personen werden verletzt.
Schnell werden die Verletzten auf die Krankenhäuser Potsdam, Königs Wusterhausen und Ludwigsfelde verteilt.
Eine damals 19 jährige Praktikantin im Krankenhaus Ludwigsfelde kommt am 1. November 1982 um 5:30 Uhr zu ihrem ersten Dienst. Sie erinnert sich genau an die vielen Einlieferungen mit zum Teil schweren Verletzungen. Eine sehr stille Frau hatte ihr Kind verloren, leicht Verletzte wurden später von der Aktuellen Kamera interviewt.
Mittags um 12:55 kann der eingleisige Betrieb wieder aufgenommen werden, abends wird wieder in beiden Richtungen gefahren.

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Gens-heide-stellwerk2©Global Fish

Quellen : Neues Deutschland, eigene

Deutscher Flugzeugbau im Berliner Umland – Bücker Flugzeugbau

22 Feb

Der ehemalige Marineflieger des Ersten Weltkriegs, Carl Clemens Bücker, gründete 1921 die Svenska Aero in Schweden. Nach den Versailler Vertrag, durften in Deutschland zu dieser Zeit keine Militärflugzeuge gebaut werden. Er begann mit dem lizensiertem Bau von Flugzeugen der Casparwerke und Henkel.

Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto http://cdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg

Nach dem Ende der Weimarer Republik, 1933, gründete er die Bücker Flugzeugbau. 1935 zog er dann in eine größere, im Bauhaus-Stil erbaute, Werksanlage nach Rangsdorf

Auch sein schwedischer Chefkonstrukteur, Anders J. Anderson folgte ihm. Es entstanden Flugzeuge, die den Namen „Bücker“ weltweit bekannt machten. So die Bü131 „Jungmann“ und die Bü133 „Jungmeister“. Bücker 133C Jungmeister (Baujahr 1937) bei den Bautzener Flugtagen 2016  Von Fiver, der Hellseher – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0,

Die Deutsche Luftwaffe hatte aber nur Interesse an Schulungsflugzeugen über 80PS. Um doch mit von Richthofen ins Geschäft zu kommen entstand die Bü131B mit einem 105PS Motor. Der größe Durchbruch blieb aber aus. Es  wurden nur wenige Bü131 und Bü133 verkauft. Offenbar war der Preis von 12.000RM bzw. 14.000RM ausschlaggebend. Lediglich die Klemm Kl25 war noch günstiger in der Anschaffung (10.600RM).

Dafür kamen ab 1935 viele Aufträge aus dem Ausland. (u.a. Rumänien, Ungarn, Niederländisch-Indien, Schweiz und Japan) Am 21.Mai 1939 wurden bei einem Absturz eines „Stieglitz“ der benachbarten Reichsschule für Motorflug ca. 50 fertige Flugzeuge zerstört. Militärisch erlangten die Bücker-Flugzeuge kaum Bedeutung. Man empfahl die Entwicklung eines Volksflugzeuges. Der „Student“ stellte einige Weltrekorde auf, dennoch gab es für dieses Flugzeug keine großen Abnehmer. Ende 1937 wurde dann das Schulflugzeug Bü181 entwickelt, bei der Lehrer und Schüler erstmals nebeneinander saßen. Diese wurde dann endlich ein Erfolg und zum Standartschulflugzeug der Luftwaffe.                                                                       Bü 181                                                               Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto httpcdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg, GFDL, https://commons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=27346411-2

Im Zweiten Weltkrieg wurden dann Teile für den Sturzkampfbomber JU87, die Focke-Wulf Fw190 und für Bombenleitwerke hergestellt.

Nach 1945 übernahmen Spezialeinheiten der Roten Armee das Gelände. Sie nutzten es überwiegend für Hubschrauberstarts und die Wartung von Triebwerken.

Nach dem Abzug der Roten Armee wurde das Gelände nicht mehr genutzt. Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. bietet bis heute Führungen an und kümmert sich so weit wie möglich um den Erhalt der noch vorhandenen Anlagen.

Quellen : Wikipedia, eigene